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Sepsis – eine unterschätzte Krankheit

Mit Erstaunen liest man immer wieder diese Schlagzeilen: „Ein Mann kam mit Grippe ins Krankenhaus, wo ihm nach einer Sepsis die Beine amputiert wurden.“ Könnte das eine reißerische Übertreibung sein?  Die Antwort lautet: Nein. Es handelt sich um eine übertriebene Reaktion des Immunsystems auf Keime, die zu Blutgerinnung und bei zu später Diagnose zum Verlust von Körperteilen führen kann.

Ärzte und Gesundheitsorganisationen warnen immer wieder vor der Sepsis, umgangssprachlich auch Blutvergiftung genannt, denn hier besteht Lebensgefahr. Bei einer Wundinfektion achten viele  Patienten schon jetzt auf Symptome der Verschlimmerung: z.B. bei Hundebissen oder anderen Fleischwunden ist eine vorbeugende Antibiotika-Impfung angesagt. Wie sich eine Sepsis verbreitet, wird in diesem Beitrag aus der Sendereihe „Faszination Wissen“ des Bayerischen Rundfunks erklärt:

Problematisch wird es, wenn sich eine Sepsis aufgrund einer unerkannten Infektion entwickelt, z.B. bei entzündeten inneren Organen, wie Lungenentzündung oder Hirnhautentzündung.  Selbst bei Magen- und Darmentzündungen oder Atemwegserkrankungen kann Sepsis hervorgerufen werden.  Aber wie erkennt man so eine „Blutvergiftung“?

Amerikanische Wissenschaftler haben aus den Krankenakten von betroffenen Patienten 3 Merkmale einer Sepsis analysiert:
– erhöhte Atemfrequenz, Atembeschwerden;
– auffälliger Blutdruckabfall;
– ungewöhnliche Verwirrtheitszustände.
Sollten diese Symptome an Patienten beobachtet werden, ist der Arzt darauf hinzuweisen, und um Komplikationen zu vermeiden ist ein Krankenhausaufenthalt angeraten. Wann eine Sepsis eingetreten ist, lässt sich mit einer Blutuntersuchung feststellen. Je frühzeitiger „Blutvergiftung“ erkannt wird, desto besser können gravierende Folgeschäden vermieden werden

Die Deutsche Sepsis-Gesellschaft möchte die Krankheitsbilder der „Sepsis“ breiter bekannt machen und bietet dazu weitere Informationen für Angehörige, aber auch für Ärzte.