Jonglieren im Alltag und in der Altenpflege

Jonglieren ist extrem einfach, insbesondere das Jonglieren lernen.

An einer Altenpflege Schule in Berlin unterrichte ich Jonglage im Fach „Tagesaktivitäten für Senioren“ und sehe zu Beginn des Unterrichtes in entsetzte Gesichter.
„Wie soll das denn gehen?“ „Ich kann nicht jonglieren, dafür habe ich kein Talent!“ „Das schaffe ich sowieso nicht!“ und „Was soll dass überhaupt, denn die Senioren können das erst Recht nicht?“
Diese und weitere empörte Ausrufe schallen mir förmlich entgegen.
Allen Widerständen zum Trotz beginnen wir mit dem Training und immer schaue ich in kürzester Zeit in aufmerksame, interessierte und später lachende, staunende und stolze Gesichter.

Und das ist das einfache Rezept:
Beginne mit EINEM Ball. Übe den Ball auf Augenhöhe zu werfen.
Es gibt unterschiedliche Übungen (siehe App unten) und der Clou dabei ist, dass wir nicht nur unsere dominante Hand nutzen, sondern wir wechseln und trainieren auch die nicht-dominante Hand.
Nach einigen „Ein Ball“ Übungen kommt der zweite Ball dazu.
Hierbei ist es wichtig zwischendurch die bereits bekannten Übungen mit nur einen Ball zu werfen, um dann wieder in die anspruchsvollen zwei Ball Runden zu wechseln.
Viele Auszubildende sind schon nach kürzester Zeit bereit für drei Bälle, andere brauchen ihre Zeit und kommen etwas später zum Ziel.
Die Schwierigkeiten zu Beginn lösen sich fast von alleine, da durch kontinuierliches Üben und spielerisches Ausprobieren, wie zum Beispiel auch zusammen mit einem Partner zu werfen, ein Automatismus und eine Gewandtheit eintreten. So entstehen mit Leichtigkeit, fast wie von selbst, erneute Erfolgserlebnisse, die Lust auf Weitere machen.
Eine wissenschaftliche Studie konnte beweisen, dass Jonglieren „Hirne wachsen lassen“, so auf der Seite der Universität Jena zu lesen. (soll hier ein direkter LINK zur Uni Jena?)
Aber es kommt noch besser: beide Gehirnhälften werden trainiert, effektiv und in jedem Alter.
Die Plastizität des Gehirn in jedem Alter ist mittlerweile anerkannt.
Der Neurowissenschaftler Arne May und Kollegen haben 2008 in Hamburg mehrere Frauen und Männer, die noch nicht jonglieren konnten, im Alter von 50 – 67 drei Monate lang jonglieren lassen und danach ihre Gehirne im Kernspintomographen untersucht. Dabei kam heraus: „Auch die Älteren sind lernfähig. Ihre Gehirne haben genauso wie das junge Denkorgan die Fähigkeit zur strukturellen Plastizität“, so May.
Das Jonglieren verbindet kognitives Training mit Bewegungstraining, mehr Sauerstoffaufnahme für das Gehirn, Denkübungen, konzentriertes Lernen und dabei auch noch entspannen.
Das kommt wiederum älteren Menschen zu Gute bei der Prävention gegen Demenz.

Eine Seniorenresidenz in Halle erprobt dies zur Zeit in der Praxis.

Alles was für die Prävention gegen Demenz wichtig ist, kann beim Jonglieren spielerisch trainiert werden.
Für meine Teilnehmer*innen im Unterricht ist es außerdem ein „Lernen lernen“ und das Scheitern tut nicht sehr weh (etwas Muskelkater ist möglich), da die Bälle weder kaputt gehen noch weg fliegen. Sie müssen nur aufgehoben werden und dann kommt der nächste Erfolg. Versprochen!
Und es macht Spaß!
Bestätigt von ausgeglichenen, zufriedenen und schlauen Auszubildenden der Altenpflege nach einem Jongliertraining.
Also, selbst in der Altenpflege kommt das Jonglieren langsam, aber Schritt für Schritt an, so einfach wie das Jonglieren selbst.
Probiere es aus. Es tut nicht weh.

www.jonglier-fix.de kostenlose App mit allen wichtigen Übungen oder sprecht mich an:
Gaby Schön – Dipl.Sportwiss. ,zertifizierte Rehoruli – Jonglier – Trainerin und mehr