Wir sind gut informiert über Ernährung, aber …

Eine kürzlich vorgestellte Ernährungsstudie der Techniker Krankenkasse ergab eine große Differenz zwischen Theorie und Praxis bei dem Thema Ernährungswissen. Die Probleme mit Übergewicht nehmen zu in unserer Gesellschaft, gesucht werden daher Ansatzpunkte, die Verhaltensänderungen bewirken können. Die meisten der Befragten wussten, dass frische Lebensmittel, besonders Obst und Gemüse, den Fertiggerichten vorzuziehen sind. Trotzdem wird in der Praxis immer häufiger zu zubereiteten Lebensmitteln gegriffen. Die Gründe dafür sind Berufstätigkeit, Familienarbeit, Pflegearbeit – Zeitmangel und vielfältige Verpflichtungen. Sie lassen die Angebote der Lebensmittelindustrie attraktiv erscheinen.

Die Zusatzstoffe in Fertiggerichten tragen aber nicht unwesentlich zu ungesunder Ernährungsweise  bei: Geschmacksverstärker, zuviel Salz und Zucker, Glutamat können zu Heißhunger, Allergien und anderen Zivilationskrankheiten führen. Foodwatch wünscht sich in dem Zusammenhang, dass deutlicher und übersichtlicher über die Inhaltsstoffe der Fertiggerichte aufgeklärt wird.
Die Ernährungswissenschaftlerin Prof. Dr. Anne Flotow erklärt, dass es bei der Einschätzung von Lebensmitteln auch ein „Praxiswissen“ gibt: Wer in einem Regal ein Angebot roter Beete sieht, ist vielleicht interessiert, weiß aber nicht, was damit zubereitet werden kann. In Schulen sollte daher Ernährung nicht nur als Wissensfach vermittelt werden. Praxiswissen, in der Schulküche oder in Kochkursen erworben, wäre genauso wichtig.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.