Lebensarbeitszeit -(Regel)Altersgrenze

Die Erhöhung der Regelaltersgrenze der Lebensarbeitszeit ist längst überfällig – oder eine irreale Zumutung?
Die Diskussion geht weiter, obwohl der politische Beschluss schon gefasst ist, sind 44% der deutschen Bundesbürger gegen die Erhöhung des Renteneinstiegsalters auf 67 Jahre und 46% fordern sogar einen früheren Renteneinstieg als mit 63 bzw. 65 Jahren für besonders belastete Berufsgruppen, wie Polizei, Bauarbeiter, LehrerInnen, Pflegepersonal, usw.
Die überwiegende Mehrheit der Arbeitnehmer hat Angst den Jobanforderungen nicht mehr genügen zu können. Die Befürchtung ist groß, dass ein früherer Berufsaustritt zu Abschlägen in der Rentenhöhe und damit zu drohender Altersarmut führt.
Hier in Deutschland  herrscht leider noch eine Vorstellung in der Arbeitswelt, dass Alter gleich mangelnde Leistungsfähigkeit und vermehrte Krankheit bedeutet. Die Einstellung der Arbeitgeber dazu offenbart sich oftmals im Übergehen von reiferen Bewerbern, wenn neue Arbeitsplätze ausgeschrieben sind.
Demgegenüber steht die wissenschaftliche Erkenntnis aus Medizin und Altersforschung, dass 70 Jährige heute so fit sind wie 60 Jährige vor ca. 50 Jahren. Dabei wurde in den 60er Jahren bis zum Alter von 64 Jahren oder länger gearbeitet. Unstrittig ist, dass unsere Lebenserwartung gestiegen ist und auch in den nächsten Jahren durch aktive
Gesundheitsmaßnahmen um weitere 2 Jahre steigen wird.
Und trotzdem denkt die Hälfte aller Beschäftigten heutzutage, dass sie im Alter nicht mehr arbeitsfähig seien. Gründe sind:
  • härtere Arbeitsbedingungen
  • höheres Arbeitstempo
  • Arbeitsverdichtung durch Personalmangel und Stress

Muss das so bleiben? Es gibt Untersuchungen, dass das Leistungs- und Wissenspotential Älterer an Intelligenz, Mechanik und Erfahrungen größer ist, als bisher angenommen. Die Zahl der Fehlzeiten durch Krankheit zwischen dem 45 -64 Lebensjahr ist nahezu  konstant und die Produktivität nicht geringer. Im Gegenteil, durch die geringere Fehlerquote aus Erfahrung und Sicherheitsbedürfnis, kommt es zu weniger Berufsunfällen.
Bekannt ist, dass Selbständige schon immer bis ins höhere Alter gearbeitet haben. Sie werden aufgrund dieser Reife und Souveränität besonders geschätzt.
Was also müsste getan werden, um die Akzeptanz einer längeren Arbeitszeit sowie ein besseres Verständnis der Altersleistungsfähigkeit zu etablieren?