Archiv der Kategorie: Medientipps

Wir sind gut informiert über Ernährung, aber …

Eine kürzlich vorgestellte Ernährungsstudie der Techniker Krankenkasse ergab eine große Differenz zwischen Theorie und Praxis bei dem Thema Ernährungswissen. Die Probleme mit Übergewicht nehmen zu in unserer Gesellschaft, gesucht werden daher Ansatzpunkte, die Verhaltensänderungen bewirken können. Die meisten der Befragten wussten, dass frische Lebensmittel, besonders Obst und Gemüse, den Fertiggerichten vorzuziehen sind. Trotzdem wird in der Praxis immer häufiger zu zubereiteten Lebensmitteln gegriffen. Die Gründe dafür sind Berufstätigkeit, Familienarbeit, Pflegearbeit – Zeitmangel und vielfältige Verpflichtungen. Sie lassen die Angebote der Lebensmittelindustrie attraktiv erscheinen.

Die Zusatzstoffe in Fertiggerichten tragen aber nicht unwesentlich zu ungesunder Ernährungsweise  bei: Geschmacksverstärker, zuviel Salz und Zucker, Glutamat können zu Heißhunger, Allergien und anderen Zivilationskrankheiten führen. Foodwatch wünscht sich in dem Zusammenhang, dass deutlicher und übersichtlicher über die Inhaltsstoffe der Fertiggerichte aufgeklärt wird.
Die Ernährungswissenschaftlerin Prof. Dr. Anne Flotow erklärt, dass es bei der Einschätzung von Lebensmitteln auch ein „Praxiswissen“ gibt: Wer in einem Regal ein Angebot roter Beete sieht, ist vielleicht interessiert, weiß aber nicht, was damit zubereitet werden kann. In Schulen sollte daher Ernährung nicht nur als Wissensfach vermittelt werden. Praxiswissen, in der Schulküche oder in Kochkursen erworben, wäre genauso wichtig.

Unternehmensführung und psychische Gesundheit

Im Fachbereich „Gesundheit im Betrieb“ der Deutschen Gesetzlichen Krankenversicherungen wird an Konzepten zur Gesundheit im Betrieb gearbeitet. Im Fokus steht dabei auch die psychische Belastung von Arbeitnehmern.

Verantwortungsbewußte gesundheitliche Prävention in Unternehmen wird ständig vor neue Herausforderungen gestellt, Stichworte hierzu sind außer Stress am Arbeitsplatz auch Doppelbelastung, Mobbing, usw. Das Fachkonzept „Führung und psychische Gesundheit“  erläutert spezifische Belastungssituationen von älteren Arbeitnehmern, Alleinerziehenden, Arbeitnehmern mit Migrationshintergrund und gibt Handlungsanleitungen für problematische Situationen. Auch die Vorbildfunktion des Führungspersonals und deren eigene Belastungen werden thematisiert. Als Leitbild wird die „menschengerechte Gestaltung der Arbeit“ entwickelt.

Das ändert sich 2016

Unter diesem Motto informiert das Bundesgesundheitsministerium über Neuerungen im Bereich Prävention, Gesundheit, Pflege. Für gesetzlich versicherte Berufstätige sind folgende Punkte wichtig:

– Recht auf einen Facharzttermin innerhalb von 4 Wochen;
– Recht auf eine ärztliche Zweitmeinung;
– mehr Auswahl bei Reha-Angeboten;
– Krankengeld ab dem Tag, an dem der Arzt Arbeitsunfähigkeit bescheinigt hat;
– bessere Präventionsmöglichkeiten, insbesondere Diabetesvermeidung;
– Prävention wird auch für Kinder und Jugendliche angeboten;
– besserer Impfschutz;
– für zu pflegende Angehörige wird es künftig 5 Pflegegrade statt der bisherigen Stufen geben.

Für Facharzttermine werden Zentrale Terminservicestellen eingerichtet, all das wird geregelt im neuen Versorungsstärkungsgesetz. Die Kosten für die bessere Versorgung tragen die Versicherten mit höheren Krankenkassenbeiträgen, bisher meistens durch Erhöhung der Zusatzbeiträge. Eine Auflistung der bisher bekannten Anhebungen bietet die Vergleichsseite krankenkassen.de.

Berufsgenossenschaften bieten Programm der Rückenwohltaten

Zuwenig Bewegung und einseitige Belastung kann zu Rückenschmerzen führen, das wird uns immer wieder berichtet. Dass Rücken- und Entspannungsübungen helfen, gehört fast schon zum Allgemeinwissen.  In der Theorie ist alles ganz klar – sich zu motivieren ist ein anderes Thema

Ein interaktives Programm mit unterschiedlich schweren Übungseinheiten bieten nun die Berufsgenossenschaften an:

Rückenprävention oder Mein Schweinehund und ich

Ob im Büro, zuhause oder sogar unterwegs, je nach Vorlieben oder je nach Schwierigkeitsgrad kann sich jede/r ein individuelles Programm für die Rückengesundheit zusammenstellen.  Das Programm gibt es als Lernfilm oder als Online-Programm, auch  zum Ausdrucken. Besonderes Highlight ist der innere Schweinehund, der möchte  gar nicht, dass Sie etwas tun.  Aber er lässt sich überzeugen!

Rückenübungen im Büro

Die sommerliche Wärme hat dem geplagten Rücken gut getan, doch nun werden die Tage wieder kürzer und die abendliche Kaltluft kriecht förmlich in die Glieder. Sobald sich der Rücken wieder schmerzlich bemerkbar macht, sollte man mit einem Trainingsprogramm beginnen. Rückenübungen helfen Büromitarbeitern recht zuverlässig, wenn sie regelmäßig täglich für einige Minuten absolviert werden. Wer ständig starke Rückenschmerzen hat, muss natürlich zuerst zum Arzt gehen, und sich untersuchen und beraten lassen.

Tipps für Übungen bei gelegentlichem „Zipperlein“ gibt es in der Rückenschule auf Bayern1, auf YouTube. Die Übungen sind so gestaltet, dass sie im Büro vorgenommen werden können. Vielleicht überzeugen Sie damit weitere Kollegen.

E-Learning für Führungskräfte

„Gesundheit als Führungsaufgabe“: Leitende Mitarbeiter sehen sich im Berufsleben vor die Aufgabe gestellt, sich selbst und ihre Teams vor unnötigen Stressfaktoren zu schützen. Das Projekt „Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt“ bietet dazu Fortbildungsmaterialien an. Mit einem E-Learning-Programm wird die Aufmerksamkeit auf das Erkennen von Belastungssymptomen gelenkt und Strategien für ein gesundheitgerechtes Führungsverhalten entwickelt. Das Programm kann als E-Learning-Tool oder auch als PDF-Lesestoff geladen werden, weiter gibt es eine App für Smartphones (Android und I-Phones) und Tablet-Pcs mit Selbstests und „Westentaschentipps“ zur Gesprächsführung.

Fisch aus nachhaltigen Beständen

Liebhaber leckerer Fischgerichte wünschen sich mehr Informationen, damit sie ohne schlechtes Gewissen Fisch kaufen können.  Anders als in den üblichen Ernährungsratgebern mit der Auflistung von Inhaltsstoffen und Nährwerttabellen stellt die Greenpeace-Broschüre „Fisch“ die verschiedenen Herkunftsgebiete der Fischarten vor und informiert ausführlich darüber, ob die Bestände dort gesichert oder überfischt sind. Fischsorten mit grünen Balken sind noch empfehlenswert, solche mit roten Balken sind zu vermeiden, wenn man möchte, dass die Fischbestände sich wieder erholen können.

Greenpeace setzt darauf, dass Konsumenten mit ihrem Einkaufsverhalten eine Änderung der Fischereiwirtschaft bewirken können. Eine weitere Hilfe könnte dabei auch einen Einkaufsratgeber-App des WorldWildlifeFunds für Smartphones sein.  Beim Einkaufen kann man so direkt vor Ort an der Fischtheke die Informationen mit den Empfehlungen des WWF abrufen.

Die Priscus-Liste

Bei der Betreuung kranker älterer Verwandter wundern sich die Pflegenden häufig über die vielen Tabletten, die ihre Pfleglinge einnehmen müssen. Das sind Medikamente, die oft schon vor Jahren von Hausärzten und unterschiedlichen Fachärzten für unterschiedliche Krankheitsbilder verschrieben wurden. Bei der Lektüre der Beipackzettel fragt man sich dann, ob es möglicherweise zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen kann.

Wenn der Kranke über Benommenheit und Schwindel klagt, ständig müde ist und zu Stürzen neigt, sollten Sie Ihren Arzt um Überprüfung der Medikamenten-Wechselwirkungen bitten. Um Ihre Beobachtung zu unterstützen, können Sie in der Priscus-Liste  potenziell inadäquater Medikamente recherchieren, welche Arzneien für ältere Menschen nicht geeignet sind. Neuere Forschungen haben ergeben, dass bei „Multimorbidität“ im Alter Arzneimittel Wechselwirkungen teilweise erheblich sind und daher nicht mehr verschrieben werden sollten. Dazu gehören insbesondere Wirkstoffe in Medikamenten gegen Diabetes, Bluthochdruck, Herz-Kreislauferkrankungen und Depressionen.

Die Priscus-Liste wurde von der Universität Witten-Herdecke zur Verfügung gestellt.

Ernährung und Bewegung: Praxismaterialien für Kitas


Kinder frühzeitig an gesunde Ernährung und ein bewegungsreiches Leben gewöhnen – das ist das Erziehungziel in vielen Kitas. Der Olzog Verlag gibt zu den Themen vierteljährliche Praxismaterialien heraus – passend zu jeder Jahreszeit:

Nicola Böcker, Dagmar Röhm, Sabine Bremser & Heike Schneider-Handke (Hrsg.)
Bewegung, Gesundheit & Ernährung
Kreative Ideen und Materialien für den Kindergarten

4 Ausgaben im Jahr
je ca. 80 Seiten, Format DIN A4

im Abonnement – EUR 23,90 pro Ausgabe

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