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Bitte cool bleiben!

Das empfiehlt der Autor Volker Kitz seinen berufstätigen Lesern in diesem Interview im Deutschlandradio Kultur. Am Arbeitsplatz wird heute oft mehr erwartet als ordentliche Ergebnisse: Ein wahrer Profi soll sich seiner Tätigkeit mit Leidenschaft und Hingabe widmen. Die Arbeit steht im Mittelpunkt, dadurch definiert sich das eigene Leben. Befördert wird diese Sichtweise durch populäre Fernsehshow wie z.B. „Next Topmodel“. Häufige Überstunden, ständige Überforderung und Burnout können Folgen solcher ständiger Selbstoptimierung sein.
Volker Kitz betont dabei, dass Leidenschaft im Beruf nicht unbedingt zu besseren Arbeitsergebnisssen führt. Er plädiert für objektive Distanz, kritisches Nachdenken  und mehr Lockerheit.
Das Buch erschien soeben im S. Fischer Verlag

Wir sind gut informiert über Ernährung, aber …

Eine kürzlich vorgestellte Ernährungsstudie der Techniker Krankenkasse ergab eine große Differenz zwischen Theorie und Praxis bei dem Thema Ernährungswissen. Die Probleme mit Übergewicht nehmen zu in unserer Gesellschaft, gesucht werden daher Ansatzpunkte, die Verhaltensänderungen bewirken können. Die meisten der Befragten wussten, dass frische Lebensmittel, besonders Obst und Gemüse, den Fertiggerichten vorzuziehen sind. Trotzdem wird in der Praxis immer häufiger zu zubereiteten Lebensmitteln gegriffen. Die Gründe dafür sind Berufstätigkeit, Familienarbeit, Pflegearbeit – Zeitmangel und vielfältige Verpflichtungen. Sie lassen die Angebote der Lebensmittelindustrie attraktiv erscheinen.

Die Zusatzstoffe in Fertiggerichten tragen aber nicht unwesentlich zu ungesunder Ernährungsweise  bei: Geschmacksverstärker, zuviel Salz und Zucker, Glutamat können zu Heißhunger, Allergien und anderen Zivilationskrankheiten führen. Foodwatch wünscht sich in dem Zusammenhang, dass deutlicher und übersichtlicher über die Inhaltsstoffe der Fertiggerichte aufgeklärt wird.
Die Ernährungswissenschaftlerin Prof. Dr. Anne Flotow erklärt, dass es bei der Einschätzung von Lebensmitteln auch ein „Praxiswissen“ gibt: Wer in einem Regal ein Angebot roter Beete sieht, ist vielleicht interessiert, weiß aber nicht, was damit zubereitet werden kann. In Schulen sollte daher Ernährung nicht nur als Wissensfach vermittelt werden. Praxiswissen, in der Schulküche oder in Kochkursen erworben, wäre genauso wichtig.

Unternehmensführung und psychische Gesundheit

Im Fachbereich „Gesundheit im Betrieb“ der Deutschen Gesetzlichen Krankenversicherungen wird an Konzepten zur Gesundheit im Betrieb gearbeitet. Im Fokus steht dabei auch die psychische Belastung von Arbeitnehmern.

Verantwortungsbewußte gesundheitliche Prävention in Unternehmen wird ständig vor neue Herausforderungen gestellt, Stichworte hierzu sind außer Stress am Arbeitsplatz auch Doppelbelastung, Mobbing, usw. Das Fachkonzept „Führung und psychische Gesundheit“  erläutert spezifische Belastungssituationen von älteren Arbeitnehmern, Alleinerziehenden, Arbeitnehmern mit Migrationshintergrund und gibt Handlungsanleitungen für problematische Situationen. Auch die Vorbildfunktion des Führungspersonals und deren eigene Belastungen werden thematisiert. Als Leitbild wird die „menschengerechte Gestaltung der Arbeit“ entwickelt.

Statistik: Zur Qualität der Arbeit

Wie entwickeln sich die Arbeitsbedingungen in der Bundesrepublik Deutschland heute? Das Statistische Bundesamt veröffentlichte 2010 eine Arbeitskräfteerhebung, damit wurde ein Bericht zur Qualität der Arbeit in der Bundesrepublik vorgelegt.
Beobachtet wurden Veränderungen der Arbeitswelt seit den neunziger Jahren.

Zu den Erkenntnissen gehören folgende Einsichten:

  • Erwerbstätige beklagen zunehmende psychische Belastung, allen voran Akademiker und Führungskräfte;
  • die Erwerbsbeteiligung von Frauen steigt,  gleichzeitig bleibt das Problem der um ein Viertel geringeren Bezahlung bestehen;
  • 20% der Arbeitnehmer erhalten Niedriglöhne;
  • Krankmeldungen sind seit 1991 rückläufig;
  • durch den hohen Anteil von Teilzeitarbeitern ist die Gesamtarbeitszeit rückläufig – bei Vollzeitbeschäftigen ist sie ansteigend;
  • der Anteil der Arbeitnehmer, die mehr als 48 Stunden arbeiten, ist steigend, vor allem bei den älteren und höher qualifizierten;
  • die Wege zum Arbeitsplatz werden länger;
  • die Anzahl der „unfreiwillig Teilzeitbeschäftigten“ ist seit 1992 kontinuierlich steigend, vorwiegend, weil keine Vollzeitstelle zu finden ist;
  • vorwiegend Frauen stellen ihre Erwerbsbeteiligung wegen der Familienarbeit zurück, der Anteil der arbeitenden Mütter ist seit 2001 nur leicht gestiegen;
  • Mütter arbeiten vorwiegend in Teilzeit, die Teilzeitquote steigt mit wachsender Kinderzahl;
  • der Anteil der Arbeitstellen mit Befristung steigt;
  • der Anteil der Selbständigen unter den Erwerbstätigen nimmt zu;
  • 14% der Beschäftigten sind nicht in der Arbeitslosenversicherung, 17% sind nicht in der Rentenversicherung;
  • die Anforderungen steigen: 1991 arbeiteten 33% der Arbeitnehmer in höherer qualifizierten Berufen, 2009 waren es 42%;
  • 21% der Erwerbstätigen beteiligen sich an Fortbildungen;
  • 10% der Beschäftigten waren von Mobbing am Arbeitsplatz betroffen;
  • die Arbeitszufriedenheit liegt bei 80% – jedoch werden nur 50% der Beschäftigten nach ihren Ideen befragt;
  • etwa 40% insgesamt konnten bei der Gestaltung ihrer Arbeitsabläufe mitbestimmen

Bei der Frage ob sie mit ihrer Arbeit zufrieden sind, äußerten sich fast 90% der Arbeitnehmer zustimmend.

Lesetipp

Morgen komm‘ ich später rein – von Markus Albers, erschienen im Campus Verlag.  Albers ist Journalist und hat daher eigene Arbeitserfahrungen als festangestellter und freier Mitarbeiter. Er beschreibt in seinem neuen Buch zeitgemäße Arbeitsorganisationsmodelle.

Seine Hauptthese: Wir arbeiten noch nach  Bedingungen, die in der Industriegesellschaft des 19. Jahrhunderts entstanden sind.  Wer ist schon morgens um 7 Uhr zu kreativen Höchstleistungen fähig? Oder haben Sie schon einmal um 16 Uhr im Büro gesessen, Ihr Arbeitspensum war erledigt, aber Ihre Anwesenheitspflicht endet erst um 17 Uhr?Ärgerlich, denken Sie. Zu Recht, meint Markus Albers. Mehr Freiheit in der Arbeitszeitgestaltung könnte zu mehr Kreativität und damit zu besseren Ergebnissen für Firmen und Mitarbeiter führen.  Gelungene Beispiele, praktiziert bei renommierten Firmen, werden in dem Buch vorgestellt.

Das Buch ist bei Amazon als Paperback-Version und direkt bei Campus als E-Book erhältlich.

Work-Life-Balance – Zeit für kreative Ideen

Viele Führungskräfte in deutschen Unternehmen beklagen sich über 100 % verplante Arbeitstage.  Die Aufgaben sind so eng geplant, dass gerade Manager aus der mittleren Führungsebene nur noch ihre Stundenpläne abarbeiten können. Raum für neue Ideen bleibt da kaum übrig. Mit neuen Work-Life-Balance Konzepten kann dem drohenden Erstarren in Routine entgegengewirkt werden. Downshifting nennt sich eine mögliche Strategie, Zeitansprüche herunterschrauben und sich gelegentlich eine Stunde Auszeit nehmen, um z.B. eine Motorradfahrt zu unternehmen, einmal den Kopf frei machen.

Eine eigene Strategie verfolgt die Firma Google – hier haben die Mitarbeiter eine Vereinbarung für eine 20% Zeit. Ein Fünftel des Arbeitstages – oder wahlweise einen Tag pro Woche – kann jeder für selbstverantwortete Projekte verwenden, das ist keine Freizeit, sondern Arbeitszeit.  Auf die Weise wurden viele neue Angebote entwickelt, wie z.B. der Google RSS-Reader. Hier lässt sich beispielhaft beobachten, dass man mit Lockerung der Arbeitsbedingungen nicht mehr Kosten  produziert, sondern im Gegenteil Zeit für gewinnbringende Neuentwicklungen einräumt.

Frische Lebensmittel vom Wochenmarkt

Ernährungswissenschaftler empfehlen zur gesunden Ernährung für Familien täglich mindestens 5 Stück Obst und Gemüse.  Auf  Berliner  Wochenmärkten werden zunehmend Lebensmittel aus der Region angeboten, so zum Beispiel auf dem Charlottenburger Karl-August-Platz, mittwochs und sonnabends am Vormittag. Wer Wert darauf legt, dass Lebensmittel umweltschonend produziert werden, dem sei ein Einkauf an einem der ökologischen Marktstände empfohlen.

Neben Obst und Gemüse werden Fleischsorten aus artgerechter Tierhaltung geboten, Honig direkt aus Imkereien, von Bauern selbst gepresste Obssäfte, verschiedene Ölsorten, Biobrote, ungiftige Blumen und interessante, handgefertigte Marmeladen.  Natürlich kommen Liebhaber von Spezialitäten aus anderen Regionen auch auf ihre Kosten: Weine aus ökologischem französischem Anbau ebenso wie Wurstsorten aus Süddeutschland.

Singen ist gesund…

Seit Tausenden von Jahren ist der gemeinsame Gesang ein wichtiges soziales Medium in fast allen Kulturen. Ganz gleich, wie gut man singen kann, vertieft es bei jedem Einzelnen die Atmung, regt den Kreislauf an, synchronisiert die Gehirnnerven und stimmt die Psyche heiter. Nun ist es vielleicht nicht für jeden Berufstätigen einfach, diesem Hobby nach zu gehen. Aber mit den modernen Medien ist einiges möglich, wie uns der virtuelle Chor eindrucksvoll beweist.

Der Komponist Eric Whitacre hat für seinen „Virtual Choir“ 185 Stimmen aus 12 Ländern im Internet gesammelt, und zunächst als Experiment für die Leistungsfähigkeit „sozialer Medien“ gedacht. Das Ergebnis hat überzeugt, die Tonspuren wurden gemischt und die Einsendungen – die Sänger vor ihren Laptops – in einem Video zusammengefasst: Lux Aurumque.